FAQ: Füllungsmaterialien


  1. Haltbarkeit von Kunststoffplomben gegenüber Amalgamplomben?
    Sind Amalgam-Plomben noch immer schädlich?


    Antwort:
    Kunststofffüllungen halten durchschnittlich 5 bis 7 Jahre, Amalgame können länger halten. Das ist aber auch schon ihr einziger Vorteil. Zahnärzte sind verpflichtet Amalgam, das sie aus Zähnen bohren, mittels "Amalgamabscheider" aus dem Abwasser zu filtern und als "Sondermüll" zu entsorgen. Deshalb mache ich persönlich kein Amalgam mehr. Kunststoffe sind nicht für jede Füllungsgröße geeignet (sie sind weicher als Amalgam) und benötigen eine sehr sorgfältige Verarbeitung. Sie kosten bei mir zwischen 60 und 120 Euro (5/2002). Bei großen Defekten empfiehlt sich eine Versorgung mit laborgefertigten Füllungen = Inlays. Mehr Info dazu finden Sie auf meiner Homepage.

    Quecksilber wird beim Legen von Amalgam (und beim Herausbohren) in Form von Dämpfen frei. Hier kann es zu einer Schädigung das Nervensystem und zu Unruhe führen.


  2. Cerec-Inlays werden billiger angeboten als andere Inlays. Wie steht es mit der Halbarkeit ?

    Antwort:
    Entscheidend ist die Haltbarkeit des Zahnes, also wie lange der Zahn durch die Inlayversorgung konserviert wird, und nicht wie lange das eingefügte Inlay hält. Keramik, Gold, diverse Kunststoffe usw. unterscheiden sich in der Härte und Ästhetik. Die Zähne unterscheiden sich in ihrer Beanspruchung und Defekte, die mit Inlays behoben werden sollen unterscheiden sich in ihrer Größe. Ein Goldinlay wird also für einen Frontzahn nicht nur wegen der Ästhetik, sondern auch wegen der geringen Härte nicht in Frage kommen. Bei Molaren (Mahlzähnen) stellt es aber eine ideale Füllung dar.

    Keramikinlays sind sehr hart (und auch spröde), können also eventuell brechen oder Teile abspringen. Kunststoffinlays sind weicher. Die "Haltbarkeit" ist jedenfalls nicht durch das Material des Inlays selbst bestimmt, auch ein "billigeres" Kunststoffinlay überlebt sicherlich den Zahn auf dem es sitzt. Selbst wenn es beschädigt werden sollte kann man es ersetzen, was aber für den eigenen Zahn selbst nicht gilt. Inlays gehen verloren, weil sich am Zahn selbst Karies ausbreitet, der Zahn wegen Erkrankung des Zahnfleisches insgesamt verloren geht. Die Verbindung zwischen Zahn und Inlay ist dabei das sensibelste Element.

    Je kleiner der Randspalt ist, desto weniger Angriffsfläche auf den Kleber / Zement. Dabei bietet Gold die beste Möglichkeit einen möglichst dichten "Randschluss" zu erzielen und Cerec (wenn die Abformung durch digitales Abtasten / Aufnahme des präparierten Bereiches erfolgt) die schlechtesten Voraussetzungen in Kombination mit dem Herausschleifen des Inlays aus einem Block. Das Material ist also nur ein Faktor (und nicht der entscheidende) für die Qualität des Endproduktes (im Sinne der optimalen Konservierung des Zahnes), sondern das Herstellungsverfahren und die Qualität der Herstellung. Mit einem gut hergestellten Cerec-Inlay sind sie sicherlich besser bedient als mit einem schlechten anderen Inlay, aber davon sollte man in einem Vergleich ja auch nicht ausgehen.

    Cerec-Inlays sind nur dann günstig, wenn bei der Herstellung nach meiner Meinung nicht so sehr auf die Passgenauigkeit geachtet wird. Bei einem sehr sorgfältig hergestellten Cerec-Inlay ist der Arbeitsaufwand (und der Zeitwaufwand für den Patienten) so hoch wie bei einem anderen laborgefertigten Inlay und damit auch der Preis.

    Zum Preis / Haltbarkeitsverhältnis kann ich nur persönlich anmerken, dass ich so eine Überlegung sicherlich anstelle, wenn es sich um ersetzbare Verbrauchsgüter handelt, also etwa eine billige gegenüber einer teureren Waschmaschine. Das Inlay selbst wäre ja auch ersetzbar, aber wenn es "unbrauchbar" ist, so bedeutet das, dass der darunterliegende Zahn weiter defekt geworden und weitere Zahnsubstanz unwiederbringlich verloren gegangen ist. Die Folge ist also früher eine Krone oder Zahnverlust und damit ein anderer Zahnersatz. Im Bereich der konservierenden Zahlheilkunde ist eine solche Verhältnisüberlegung also mit Vorsicht anzustellen.

    Wenn man die Haltbarkeit in Jahren ausdrücken möchte, so ist das individuell sicher sehr unterschiedlich zu beurteilen und hängt von vielen Faktoren ab, aber ich selbst würde eine Haltbarkeit von zumindest 15 Jahren bei einem guten Inlay erwarten, bei einem Inlay mit nicht optimalem Randschluss aber mit nicht mehr als der Hälfte dieser Zeitspanne rechnen. Da der Unterschied erst nach etlichen Jahren zutage tritt (und dann die "Ursache" oft mit anderen Faktoren überlagert ist) ist die Patientenzufriedenheit auch bei mangelhafter Versorgung oft recht hoch, jedenfalls in den ersten Jahren.

    Siehe dazu den Artikel "Billigkliniken in Ungarn - was sagt der Kurier dazu ?"

  3. Was ist der Unterschied: Brennkeramik, Presskeramik und gefräste Keramik bzw. Cerec-Inlays ?

    Antwort:
    Brennkeramik ist ein Sinterprozess (Pulver im Ofen gesintert). Brenn- und Presskeramik unterscheiden sich im Herstellungsverfahren, wobei bei der Brennkeramik ein Pulver gesintert wird (wobei vorher die Form hergestellt wird), bei der "Presskeramik" wird ein Keramikblock erhitzt und plastisch in eine Hohlform gedrückt (Markenname Ivoclar), ebenso wie bei Glaskeramik. Im Ergebnis weist die Presskeramik eine etwas höhere Bruchfestigkeit und Zähigkeit auf. Das ist allerdings für Inlays nicht relevant und ist bestenfalls bei der Herstellung von Brücken von Interesse. Für Brücken und Kronen wird auch Zirkonkeramik (Zirkonoxid - Keramik) als Trägergerüst verwendet, die noch höhere Festigkeit aufweist. Darauf wird dann Keramik aufgebrannt oder aufgesintert.

    Cerec ist ein Markenname. Dabei werden Inlays aus einem Keramikblock gefräst. Üblicherweise geschieht das beim Zahnarzt und das Inlay wird innerhalb einer Sitzung hergestellt und eingesetzt. Der wesentliche Vorteil der Cerec-Inlays besteht in der raschen Herstellung. Arbeitet man aber mit konventioneller Abformung bei Cerec so geht der Vorteil der Geschwindigkeit (eine Sitzung) verloren und die Arbeit nähert sich der üblichen laborgefertigten Arbeitsweise. Labors verwenden sehr wohl auch gefräste Keramik, allerdings werden dann auf den gefrästen Block (der eine Farbe hat und nicht durchscheinend ist) noch weitere Keramikschichten aufgebrannt, sodass eine wesentlich bessere Ästhetik erreicht werden kann. Diese zusätzlichen Arbeitsgänge sind auch für den höheren Preis verantwortlich.

  4. Zahlt die Wiener Gebietskrankenkasse die Kunststoff-Plomben für einen Zahn im hinteren Bereich? Wenn nicht, wie teuer wäre diese in der Regel so?

    Antwort:
    Die GKK (Gebietskrankenkassa) zahlt bei allen Kunststofffüllungen 80% vom Amalgamanteil bis max. 36 Euro. (5/2002)


  5. Alternative zu Composite-Füllungen? (Haltbarkeit der verschiedenen Füllungsmaterialien)

    Frage:
    Mein Zahnarzt verwendet als Füllmaterial ausschließlich Composite. Eine Füllung zeigt bereits nach einem Jahr einen Riss und muss erneuert werden. Meine Amalgamplomben haben mindestens 10 Jahre, manche sogar über 20 Jahre gehalten. Für die Composite-Füllungen gibt mein Zahnarzt eine Lebensdauer von etwa zweieinhalb Jahren an. Nach meiner Meinung kann man in einen Zahn maximal 3 mal Plomben einsetzen, da er ja durch das Ausbohren jedes Mal an Körper verliert; d.h. nach 6 bis 7 Jahren benötige ich für diese Zähne ein Inlay oder eine andere Lösung. Was empfehlen Sie mir? Soll ich zu einem Zahnarzt wechseln, der auch Amalgam-Füllungen macht?

    Antwort:
    1) Amalgam ist heute ein umstrittenes Material. Wir Zahnärzte sind verpflichtet, für das Amalgam, das wir herausbohren einen Amalgamabscheider zu installieren, der das Amalgam aus dem Abwasser herausholt. Das Amalgam müssen wir als Sondermüll entsorgen. Ich persönlich möchte keinen Sondermüll in meinem Mund behalten und verwende daher auch kein Amalgam für meine Patienten.

    2) Jahrelang wurde (und wird) Amalgam als Füllstoff verwendet. Es ist von der Konservierungsfähigkeit ausgezeichnet und ausgesprochen günstig.

    3) Composite sind für kleinere Defekte sicherlich gut und ausreichend. Haltbarkeit 5 bis 8 Jahre (nach meiner Erfahrung). Sie müssen jedoch mit noch mehr Sorgfalt und mehr Zeitaufwand als Amalgame verarbeitet werden und werden auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Übrigens leidet die Zahnsubstanz beim Herausbohren von Compositen (wenn sorgfältig gemacht) nur geringfügig, und stärker nur wenn darunter Karies ist, die vor einer neuen Versorgung entfernt werden muss.

    Große Defekte sind nach wie vor am Besten mit laborgefertigten Einlegefüllungen (Inlays) versorgt. Bei gut verarbeiteten Goldinlays und entsprechender Mundhygiene kann die Haltbarkeit 20 - 25 Jahre betragen, also rentiert sich die Investition.


  6. Wie wird ein kariöser Zahn mit Kunststofffüllung saniert?

    Frage:
    Ich suche für ein Schulprojekt Informationen über Kunststofffüllung im Zahn und würde mich über Zusendungen entsprechendes Infomaterials (besonders: mit den dort ablaufenden chemischen Prozessen, wie z.B. sich das Dentin mit dem Kunststoff verbindet!) freuen.

    Antwort:
    Ein kariöser Zahn wird entsprechend aufbereitet, also angebohrt und dann gereinigt. Anschließend wird für eine Kunststoffüllung Schmelz und Dentin ca. 10 sec. mit 35% Phosphorsäure geätzt, dann 20 - 30 sec. gespült und anschließend ein "Haftvermittler" = Bonding 1-2 mal für 20 sec. aufgetragen und jeweils 30 sec. mit UV - Licht gehärtet. Dann kommt der eigentliche Kunststoff = Composite und wird für 40 sec. lichtgehärtet. Bei großen Defekten muss dieser Vorgang schichtweise erfolgen.

    Wenn Sie mehr zu Materialien wissen wollen, schauen Sie auf Hersteller - Homepages, z.B. www.heraeus-kulzer.com. Dort suchen Sie nach "Bonding", eventuell dann nach den Sicherheitsdatenblättern.


  7. Welches Füllmaterial empfehlen Sie mir als Alternative zu Amalgamfüllungen?
    Besteht bei Goldfüllungen wieder die Gefahr von erhöhten elektrischen Strömen?


    Frage:
    Nachdem ich bereits über längere Zeit Zahnschmerzen habe, allerdings nur im Oberkiefer und nur bei den mit Amalgam gefüllten Zähnen, habe ich die elektrischen Ströme der Zähne austesten lassen. Dabei wurden bei mir weit überhöhte Werte ermittelt. Ich möchte jetzt die Amalgamfüllungen gegen ein anderes Material ersetzen lassen. Welches Material würden Sie dazu empfehlen, zumal ich im Unterkiefer eine Goldkrone und eine Brücke habe? Besteht bei Goldfüllungen auch wieder die Gefahr von erhöhten elektrischen Strömen?

    Antwort:
    Ionenströme treten zwischen Metallen unterschiedlicher Wertigkeit auf, z.B. Gold und Amalgam. Es besteht daher die Möglichkeit die Füllungen im Oberkiefer entweder durch Gold, Kunststoff (=Composit) oder Keramikinlays zu ersetzen. Das müsste anhand der Größe und Tiefe der jeweiligen Füllung und eines Röntgenbildes besprochen werden. Bei allen 3 Varianten ist nicht mehr mit elektrischen Strömen zu rechnen.


  8. Wie schnell kann man Amalgamfüllungen durch amalgamfreie Füllungen ersetzen?
    Kann man mehrere Zähne in einer Sitzung behandeln?


    Frage:
    Da ich Amalgam in meinen Mund habe, habe ich eine Schwermetallvergiftung. Um diese wieder loswerden zu können muss ich das Amalgam entfernen. Meine Frage: Wie schnell wäre das möglich? Gibt es eine Möglichkeit gleich mehrere Zähne auf einmal zu behandeln?

    Antwort:
    Prinzipiell ist eine Sanierung "Quadrantenweise" möglich, also immer die Zähne rechts oben, links oben, rechts unten und links unten.

    Je nachdem ob direkte Füllungen oder vom Techniker gefertigte Füllungen gemacht werden, brauche ich 1 bis 2 oder 3 Sitzungen pro Seite.


  9. Ist nach dem Entfernen des Amalgams eine "Ableitung" unbedingt notwendig?
    Wie wird diese "Ableitung" durchgeführt?


    Frage:
    Ich werde meine Amalgam-Füllungen durch Gold-Inlays ersetzen lassen und habe nun gehört, dass man eine Art Entgiftung oder auch "Ableitung" durchführen sollte, bevor die neuen Füllungen eingesetzt werden. Halten Sie dies für notwendig? Ich weiß auch nicht, wie das Ableiten durchgeführt werden soll. Bisher hatte ich zumindest keine mir bekannten Beschwerden mit dem Amalgam.

    Antwort:
    Ich habe bezüglich Schwermetallausleitung mit einer Kollegin gesprochen, die eine Zusatzausbildung in dieser Richtung absolviert hat. Sie meint, "unspezifische Ausleitungen" haben keinen Sinn. Vielmehr müsste man dazu die individuelle Quecksilberbelastung austesten. Sie arbeitet dafür mit einem Ostheopaten und einer Ganzheitsmedizinerin zusammen. Besteht beim jeweiligen Patienten eine Belastung, wobei diese nicht immer mit der Menge der Füllungen sondern vielmehr der individuellen Toleranzschwelle korreliert, werden sobald wie möglich alle Amalgamfüllungen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes entfernt und durch Glasionomerzement ersetzt. Dann erst kann ausgeleitet werden, wobei diese Kollegen nicht mit den gängigen Mitteln wie Selen, Vitamin C, sowie homöopathischen Mitteln arbeiten, sondern immer eine individuelle Medikamentenkombination verwenden, die ebenfalls ausgetestet wird. Das dauert einige Wochen und schließt wieder mit Austestung ab. Erst nach ca. 1/2 Jahr werden dann Goldinlays gemacht, am besten aus einer Biogoldlegierung. Fazit: Wenn Sie wirklich unter einer Quecksilberbelastung mit chronischer Müdigkeit, unerklärlichen Kopfschmerzen, Schwindel, Geschmacksirritationen im Mund usw. leiden, macht eine fachgerechte Ausleitung Sinn. Ansonsten würde ich den Zahnarzt ersuchen, beim Herausbohren Ihrer Amalgame besonders gründlich abzusaugen und eventuell zusätzlich Vitamin C einnehmen.


  10. Ist der Kleber für Keramik-Inlays ebenso schädlich wie Amalgam?

    Frage:
    Stimmt es, dass der Kleber für die Keramik-Inlays fast ebenso schädlich ist wie Amalgam? Welche schädlichen Wirkungen könnte dies haben?

    Antwort:
    Eine Schädigung durch üblicherweise verwendete Kleber ist mir nicht bekannt


  11. Wo ist der Unterschied zwischen Kunststoff - Füllung und Kunststoff - Inlays? Preislich sowie qualitativ?

    Antwort:
    Kunststofffüllungen (direkt in der Ordination gelegt) halten ca. 5-8 Jahre. Kosten zwischen 60 und 120 / Zahn.

    Glasionomerzemente werden ebenfalls in der Ordination gelegt, sind auch zahnfarben, weisen aber nur eine Haltbarkeit von 2-3 Jahren auf, sie werden bei mir als Kassenleistung anstatt Amalgam verwendet.

    Kunststoffinlays sind laborgefertigt. Kauflächen und Seitenwände können so genau der Zahnanatomie entsprechen. Das Material ist faserverstärkt. Sie weisen längere Haltbarkeit auf. Preis bei mir etwa 400 bis 450 pro Zahn.


  12. Was ist die günstigste und hübscheste Möglichkeit, die Zähne so herzustellen wie sie eigentlich aussehen sollten?

    Antwort:
    Keramikinlays, Kunststoffinlays, dann folgen Composite.


  13. Was ist Composite? Auf der Seite "Häufige Fragen" wird öfters davon gesprochen, ich hab das Wort zuvor noch nie gehört!

    Antwort:
    Damit wird ein Typus von Füllungsmaterialien bezeichnet, die aus mehreren Komponenten, dem Bindemittel und einem Füllmaterial (daher "Composite") bestehen. Bindemittel ist eigentlich immer ein lichthärtender Kunststoff, Füllmaterial ist produkt- bzw. herstellerspezifisch und ist zumeist ein Glasfaser- oder Keramikmaterial. Das Composite wird mittels Säureätztechnik und Haftvermittler (Bonding) gelegt.


<   Zurück